Achterbahnen  
 
  History 23.05.2018 16:43 (UTC)
   
 

Es beginnt im 15. Jahrhundert

Die Geschichte der Achterbahn beginnt im 15. Jahrhundert in Russland, da hier die Bewohner des Zarenreiches in den kalten Wintermonaten dem trüben Alltag ein wenig entfliehen wollten. Da die Städte Moskau und St. Petersburg im Tiefland lagen, entstanden rund um diese, künstliche Berge, um den
Bewohner das Schlitten fahren zu ermöglichen. Diese Berge waren bis zu zwanzig Meter hohe Holzgerüste, die auf den Marktplätzen errichtet wurden
und deren schräge Ebene, oft mit einer Neigung von 50%, mit Wasser übergossen wurden. Auf diesem Weg entstanden spiegelglatte Eisflächen, die
als Rutschbahnen dienten, auf denen mit Schlitten oder Schlittschuhen heruntergefahren werden konnten. Die versetzt gegenüberliegenden Konstruktionen aus Holz ermöglichten es, dass man mit genügend Geschwindigkeit und Schwung direkt zu den Treppenstufen der nächsten Rutschbahn fahren konnte.  Diese Eigenschaft war typisch für die
Rutschbahnen. Trotz das es so gut wie keine Sicherheitsvorkehrungen gab, geschahen erstaunlich wenig Unfälle. 

17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert folgte eine Verbesserung der Anlage. Durch die Verwendung eines gekrümmten, ja fast tangentialen Gefälles zum Boden, konnte der
ruckartige Übergang von der Abfahrt zur horizontalen Fahrtstrecke vermieden werden.

Diese Rutschbahnen waren so beliebt, dass man im 18. Jahrhundert so genannte Allwetterbahnen entwickelte, um auch in den warmen ommermonaten dieses Freizeitvergnügen zu erleben. Der Unterschied lag darin, dass man nun an den Schlitten kleine Räder befestigte, um auch ohne der Eisschicht auf der
Rutschbahn fahren zu können. Die Holzgerüste wurden jetzt parallel zueinander aufgestellt. Die Räder fuhren in einer Rille die Bahn hinab. Die erste Sommer taugliche  Rutschbahn ist 1780 in Oranienbaum eröffnet wurden, dem Sommersitz des russischen Zaren.

Zum Schluss ist zu sagen, dass dieses "eisige Vergnügen" zu jener Zeit nur in Russland und nicht anderorts bekannt war.


Die erste klassische Achterbahn

Während der Feldzüge Napoleons 1807 durch  Russland lernten seine Soldaten das rutschig,
rasante Vergnügen der russischen Bevölkerung kennen und brachten voller Begeisterung die Idee der "russischen Berge" mit nach Europa und nannten
diese Montagnes Russes. Die Montagnes Russes waren zu Beginn zwei sich gegenüberstehende
Holzgerüste, welche mit einfachen, Räderbestückten Holzkisten befahren wurden. Später wurden zusätzlich seitliche Banden angebracht, da die Wagen immer wieder miteinander kollidierten.

Da die Menschen aber zu dieser Zeit noch keinerlei Wissen über die Fliehkraft und die Geschwindigkeit hatten, kam es auch vor das die Wagen entgleisten und schwere Unfälle hervorriefen. Deshalb waren diese Unglücksbahnen zu gefährlich für die Passagiere und wurden sofort polizeilich verboten. Die Begeisterung für die Rutschbahnen wurde trotzdem nicht gedämpft, da Alternativen, wie Automobil und Eisenbahn noch nicht erfunden waren.

So kam es, dass zu Beginn des 19. Jahrhundert in Europa ein wahre Rutschbahn- Euphorie ausbrach und überall derartige Konstruktionen erbaut wurden.

Die erste Rutschbahn die der eigentliche Vorläufer der heutigen Achterbahn ist, wurde 1817 in Frankreich eröffnet -  die "Promenades Aériennes" im
Parque Bouillon nahe der heutigen Champs d'Elisées. Diese Rutschbahn war eine regelrechte Revolution, da erstmals wellenförmige Abfahrten aus ca. dreißig Metern Höhe stattfanden. Unten angekommen klinkten sich die Wagen in einen Kettenaufzug ein, der damals eine absolute Neuerfindung war. Durch ihn wurden sie nach oben, an den Anfang der Abfahrt transportiert. Die Strecke
hatte eine Länge von 240 Meter und  wurde mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h befahren.

Das "Geburtsjahr" der Achterbahn

Diese Rutschbahn hatte alle typischen Merkmale, welche eine Achterbahn haben musste, so dass das Jahr 1817 als Geburtsjahr der Achterbahn bezeichnet
wird.

Die "Promenades Aeriennes" wurde bereits zwei Jahre später geschlossen, da es auch hier, durch die Unwissenheit der Menschen über die wirkenden Kräfte, zu schweren Unfällen kam, was die weitere Entwicklungsgeschichte in Europa hemmte.




Die Loopingbahn

 Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Franzose Clavìeres auf die Idee, die übliche gerade Strecke mit Schleifen, bzw. Spiralen zu verzieren. So wurde
1846 in Paris die Rutschbahn "Chemin du Centrifuge" eröffnet, die den Menschen die Vorstellung ermöglichte, die Welt für einen kurzen Moment auf
den Kopf zu betrachten.

Die einsitzigen Wagen, rollten von einer zehn Meter hohen Plattform über eine lange Abfahrt, um dann den Looping zu durchfahren. Da diese Loopings
nur einen Durchmesser von ca. vier Metern hatten, wirkten auf Grund des kleinen Durchmessers des Loopings im Vergleich zu der hohen Geschwindigkeit, immense Kräfte auf den Körper des Fahrgastes. Er musste mehr als das zwölffache seines eigenen Körpergewichts aushalten, was
Wirbelsäulenstauchungen und Nackenverletzungen der Fahrgäste als Folge hatte. Deshalb wurde die Loopingbahn zwei Jahre nach der Eröffnung
polizeilich verboten.

Um 1900 wurde erstmals eine Bahn mit geschlossener Streckenführung von L. Beecher gebaut. Dank ihm wurde mehr auf die Sicherheit der Passagiere geachtet, da er unter anderem das Verhältnis zwischen der Größe des Loopings und der auftretenden Geschwindigkeit verbesserte.

Aber ein Problem blieb - die kreisrunde Form des Loopings. Sie war die Ursache dafür, das die Belastung auf  den menschlichen Körper bei der
Ein- und Ausfahrt des Loopings zu enorm war.

Der Erfinder E. Prescott konstruierte infolgedessen ein ellipsenförmigen Looping, da hier die Kräfte bei der Einfahrt gleichmäßig anstiegen und somit
die Belastung auf den Körper verringert wurde.

Da die Rutschbahnen, zur Unzufriedenheit der Menschen, Mängel in der Funktionalität aufwiesen, hielt sich die Begeisterung der Amerikaner in
Bezug auf die Loopingbahn sehr in Grenzen, was die Weiterentwicklung dieser Konstruktionen für einige Jahrzehnte stilllegte.


Die Erfindung der Figur- 8 Bahn

Der Name Achterbahn beruht auf dem Grundprinzip der Figur-8 Bahn. Figur-8 Bahn, da in Amerika 1887  eine Rutschbahn konstruiert wurde, bei der die
Streckenführung der Zahl 8 ähnelte - die "Sliding Hill and Toboggan" in Haverhill, Massachusetts von Stephen Jackman und Byron Floyd.

Ihre Anlage war komplett in einem Gebäude untergebracht und hatte anstelle des Kettenaufzuges, einen von einer Dampfmaschine angetriebenen Lift. Eine weitere Besonderheit der "Sliding Hill and Toboggan" lag darin, dass die Wagen keiner Räder mehr hatten, sondern selber auf Hunderten von Rädern bergab liefen.  Da ihre Anlagen solch einen großen Erfolg erzielten, gründeten sie 1888 die "Haverhill Toboggan Company". Da die Bahnen aber
keine richtigen Schienen besaßen und somit viele Unfälle passierten, wurden alle Bahnen bereits 1890 stillgelegt.

Im Jahr 1898 wurde das erste Mal bei der Entwicklung einer Figur-8 Bahn, durch die Gebrüder Erwin und Edwin Vettel, die Sidefriction Wheels angewandt. Dies waren zusätzliche Räder, die an den Seitenbanden der Bahnen angebracht waren, um die Wagen in der Bahn zu halten, wobei man durch sie gleichzeitig ein angenehmeres und leichteres Hinabgleiten erreichte.

Der Deutsch-Amerikaner Mr. Bartling brachte 1908 die Figur- 8 Bahn nach Europa. Da diese und die darauf folgenden Figur-8 Bahnen nicht transportabel
waren, was aber für die Jahrmärkte in Deutschland, bzw. Europa eine Notwendigkeit darstellte, da man hier keinen ortsfesten  Standplatz hatte, wurden die Bahnen  nach dem Ende des Jahrmarktes abgerissen.  Das ständige Abreißen,  bzw. das Neuaufbauen der Figur-8 Bahn  wurde den Veranstaltern der Jahrmärkte zu kostenintensiv. Dies führte dazu, das die erste transportable  Figur-8 Bahn, 1909 in Deutschland, unter der Zusammenarbeit
von Max Stehbeck und der Ingersoll Construction Company entwickelt wurde. Jene war zugleich auch die erste transportable Figur- 8 Bahn der Welt.

Trotz der Möglichkeit des Standortwechsels, waren diese Bahnen reine Zimmermannskonstruktionen, was der wochenlange Auf- und Abbau verdeutlichte.
Solch ein Aufwand, konnte aber nur durch die hohe Arbeitslosigkeit Anfang des Jahrhunderts ermöglicht werden, da viele Arbeitskräfte bereit standen.


Die Entwicklung zur Gebirgsbahn

Da das Achterbahnerlebnis immer mehr Menschen für sich begeistern konnte, wurde der Betrieb zu einem lukrativen Geschäft. Da die  Konkurrenz stieg, mussten sich die Hersteller etwas Neues einfallen lassen um ihre Figur-8 Bahn besonders interessant für die Gäste zu machen.

Sie dekorierten ihre Bahnen mit sehr phantasievollen Extras, wie z. B. künstliche Felsverkleidungen. Da man durch die Verkleidung das Gefühl hatte, von Bergen und Tälern umgeben zu sein, wurden diese Anlagen als Berg- und Tal- Bahnen  bzw. Gebirgsbahnen bezeichnet. 1910 begann der Bau
einer Gebirgsbahn in Kalifornien. Sie wurde von L.A. Thompson entwickelt und im Jahr 1927 erst fertig gestellt. Es wird von ihr gesagt sie wäre die schönste Berg- und Tal- Bahn gewesen.

Durch immer größere Berge und steilere Abfahrten, wurde die Geschwindigkeit auch immer höher. Ohne die von John A. Miller entwickelten Sicherheitsvorkehrungen, wären die Bahnen niemals anwendbar gewesen, da sie lebensgefährlich für die Passagiere waren.

John A. Millers Erfindungen ermöglichten immer rasantere Abfahrten und atemberaubende Höhen, wobei die maximale Obergrenze bei 40- 50 Fuß lag,
Miller aber 80 Fuß hohe Konstruktionen baute, weswegen man ihn auch als Vater der High- Speed Coaster bezeichnete. Durch seine Verbesserungen wurde unter den Amerikanern eine Euphorie ausgelöst, die zu einem wahren Coasterboom führte.

Der Anfang des  20. Jahrhunderts wird somit in Amerika als das erste goldene Zeitalter der Achterbahn bezeichnet.



Die Stahlachterbahn

Der Coasterboom nahm mit der Weltwirtschaftskrise, so wie dem zweiten Weltkrieg rapide ab. Während in Amerika die Vergnügungsparks ausstarben und
die Coaster abgerissen wurden, brach zur gleichen Zeit in Europa ein neues Zeitalter der Achterbahn heran.

In Italien wurde 1953 das erste Mal eine Figur- 8 Bahn vollständig aus Stahl gefertigt. Da hier die Vegetation nicht besonders Baumreich war und bei der
Herstellung der Holzachterbahn sehr viel Holz benötigt wurde, was man aber nicht hatte, musste man sich eine Alternative suchen, die Stahlbauweise.

Die Holzachterbahnen verschwanden urplötzlich von den europäischen Jahrmärkten, da die neue Stahlachterbahn in der Unterhaltung günstiger war. Trotz der Stahlbauweise, war es weiterhin notwendig,
transportable Achterbahnen zu bauen, wobei sich hier der Stahl von Vorteil zeigte, da sich  die Auf- und Abbauzeiten erheblich verringerten, weil die Einzelteile nur noch zusammengesteckt und mit Bolzen gesichert werden mussten. Ein weiter Vorteil des Stahls war, dass man die Schienen auf den
Zentimeter genau biegen konnte, wodurch eine samtweiche Fahrt ermöglicht wurde. Außerdem konnte auf die Sidefriction Wheels verzichtet werden, da die viersitzigen Wagen halb um die Schiene greifende Laufräder besaßen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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